Geschichte

Der Thalhof in Reichenau an der Rax wurde erstmals im Jahre 1652 als Landgut erwähnt. Ignaz Waissnix hat dieses ab 1823 innerhalb weniger Jahre zu einem beachtlichen Gastbetrieb mit allem Komfort der damaligen Zeit ausgebaut.

Zu Beginn des Tourismus in der Biedermeierzeit rangierte der Thalhof unter den Spitzenhotels. Staatsmänner, Dichtergrößen wie Franz Grillparzer, Johann Nestroy oder Marie von Ebner-Eschenbach sowie Schauspieler/innen logierten im Thalhof.

Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth unternahmen mehrere Jagdreisen nach Reichenau und suchten Erholung am Thalhof.

Bis 1890 wurde der Thalhof zu einem Grand Hotel ausgebaut. Während dieser Jahre traf sich dort die künstlerische und intellektuelle Elite Wiens, zu deren prominentesten Vertretern Arthur Schnitzler und Peter Altenberg zählten. Hier trafen sich Wissenschaftler für ernsthafte Gespräche, Künstler fanden neue Inspiration, Geschäfte wurden abgeschlossen, Romanzen fanden ihren Anfang, Sigmund Freud arbeitete an seiner „Traumdeutung“.

Nach dem Krieg verfiel das Gebäudeensemble  langsam. Seit den 1980er-Jahren wurden im Sommer Theaterproduktionen am Thalhof gezeigt.

2013 startete die Familie Rath in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt und der Abteilung Kunst und Kultur (Denkmalpflege) des Landes Niederösterreich die Sanierung des Anwesens und lud die Theatermacher Anna Maria Krassnigg und Christian Mair ein, die Konzeption des künstlerischen Programmes für das neue Haus zu entwerfen. Vor allem durch die Unterstützug des Landes NÖ kann dieses seit 2015 realisiert werden.